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Tres Bestias Wiki

Hhhhh

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Ich seufzte, als ich müde und erschöpft die menschenleere Straße entlang ging. Gerade eben war ich noch bei meinen Großeltern gewesen und nun auf dem Rückweg nach Hause. Es war früher Abend und schon ziemlich dunkel. Einzig die Straßenlaternen und beleuchteten meinen Weg, ich hatte meine Kopfhörer in den Ohren und hörte Musik von meinem iPhone. Nachdenklich starrte ich auf den Weg vor mir und überlegte was ich Zuhause tun sollte. Viel konnte ich nun nicht tun, außer vor meinem Computer zu sitzen. Meist chattete ich mit meinen Freunden, zeichnete oder widmete mich anderen Sachen. Mein Leben war, kurz gesagt, entsetzlich langweilig. In meiner Umgebung hatte ich nur eine einzige Freundin, welche aber nicht mehr zu mir durfte, außer wenn sie einmal im Monat bei ihrer Oma in meiner Nähe war. Dieses Wochenende würde sie wieder da sein, und wir würden uns treffen. Ich freute mich schon riesig darauf und hatte ein bisschen Geld von meinem Opa bekommen, damit konnte ich mir dann Süßkram und ähnliches kaufen. Meine Freundin wollte sich Sekt und eventuell noch eine Cola kaufen. So toll fand ich dass nicht, denn jedes Mal wenn sie Alkohol trinkt benimmt sie sich so bescheuert und fängt an zu spinnen. Ich wusste ja zumindest, wie viel ich trinken durfte ohne dass ich anfangen würde mich bekloppt zu verhalten.

Nun, sie mit ihren 16 Jahren... Meinetwegen soll sie doch trinken so viel sie will, solange sie keinen Mist baut. Ich war älter als sie, jedoch trank ich fast nie Alkohol. Ausnahmen waren Geburtstage, Feiern, und besondere Anlässe. Ich mochte auch nicht alles, wenn schon trank ich Sekt oder Sake. Bier und Wein verabscheute ich, ich verstand einfach nicht was alle daran so toll fanden. Dasselbe war es mit dem Rauchen - Meine Freundin rauchte ab und an, mein Vater rauchte jeden Tag, nur ich nicht. Ich hasste den Qualm und den Gestank. Jedenfalls hoffte ich, dass das Wochenende trotz allem gut werden würde. Ich seufzte. Was war mein Leben doch scheiße. Ich wünschte, ich wäre nicht allein. Das war das schlimmste, in meinem Leben: Ich war fast immer allein. So wie jetzt auch. Und ich hasste es. Aber naja, es gibt schlimmeres. Ich dachte an Samstag. Hoffentlich fährt mein Vater mich, meine Freundin und meinen Opa zum Getränkemarkt. Und zu Videothek! Ich wollte schon seit Monaten endlich mal wieder einen Film gucken, wobei ich zwar keine Ahnung hatte welchen, aber-

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als mir jemand nachdrücklich auf die Schulter tippte. Erschrocken blieb ich stehen und drehte mich um, während ich versuchte, mühsam Luft zu holen. Mein Herz raste und ich erstarrte geradezu. Vor mir stand ein Mann in grün-gold-schwarzen Lederklamotten, ein sehr gut aussehender Mann, und als ich im Licht einer Straßenlaterne seine Gesichtszüge genauer sah, starrte ich ihn völlig sprachlos an. Loki. Tom Hiddleston. Eins zu eins. Was zur Hölle!? War das ein irrer Cosplayer mit Tom Hiddleston-Gesichts-OP?! Überfordert mit der ganzen Situation, konnte ich ihn einfach nur weiter anstarren, dann nahm ich meine Kopfhörer aus meinen Ohren. Ich blickte seine schönen, grünen Augen an, welche mich vom ersten Augenblick an fesselten.

„Sei gegrüßt, Sterbliche. Mein Name ist Loki von Asgard.“ Ihn weiterhin angaffend brachte ich mühsam einige Wortfetzen hervor. „Ähm... Hi. Ich... äh... heiße Shani. Sind sie... Tom Hiddle-“ „Nenn mich Loki, Weib. Nun sag mir, wo ich eine Bleibe für die Nacht finden kann.“ Wow, das war echt unhöflich. Ich runzelte leicht die Stirn und antwortete: „Ich habe keine Ahnung, aber das nächste Hotel ist nun nicht gerade in der Nähe.“ Er sah mich für einige Sekunden nachdenklich an, bevor er mit einem Mal seine Haltung änderte, ein bezauberndes Lächeln aufsetzte und mir die Hand reichte: „Entschuldigt meine Unhöflichkeit, ich hätte euch nicht unterbrechen sollen, ...Shani?“ Etwas verwirrt über die plötzliche Freundlichkeit nahm ich seine Hand und schmolz fast dahin, als er einen sanften Kuss darauf hauchte. „Ich bin nicht von hier, wie ihr euch sicherlich denken könnt.“, fuhr er fort und ich konnte einfach nicht mehr an mich halten, ich ging in vollen Fangirl-Modus.

„Tom Hiddleston! Ich bin ein riesen Fan, darf ich ein Foto machen? Und wow, ich wusste nicht mal dass sie deutsch sprechen. Und die volle Loki-Montur, echt Wahnsinn, ich wusste nicht, dass hier ne Comic-Convention in der Nähe ist!“ Eins muss man ihm lassen, seine Verwirrung wirkte mehr als echt. Er fiel wirklich nie aus der Rolle, was für ein grandioser Schauspieler. „Nun...“, er zögerte „Ich komme nicht von einer ...Comic-Convention..., aber ich habe nichtsdestotrotz eine lange Reise hinter mir.“ Erwartungsvoll blickte ich ihn an, meine Hand, die er immer noch gedankenverloren in seiner hielt, kribbelte angenehm. Einen Moment lang schwieg er, offenbar noch etwas verwirrt von meiner Fangirl-Attacke. Ob ich ihn damit überfordert hatte? Aber andererseits war er das doch sicherlich gewohnt, inzwischen?

Dann schien er sich wieder zu fassen. „Nun denn, würdet ihr mir für diesen einen Abend eure Gastfreundschaft erweisen?“ Wie konnte ich da nein sagen? „Ja, gerne!“, strahlte ich und versuchte mir nicht allzu sehr anmerken zu lassen, wie aufgeregt ich war, bis eine plötzliche Erkenntnis die Flamme meiner Vorfreude erlöschen ließ. „Mein Vater wird das niemals erlauben. Er würde mich für verrückt erklären...“, gestand ich unglücklich. „Macht euch darüber keine Sorgen, Shani, das wird kein Problem sein.“, sagte er selbstbewusst und irgendwie glaubte ich ihm das, ohne dass auch nur ein geringster Zweifel aufkam. Zusammen gingen wir in der Stille die Straße entlang, nur das regelmäßige Klirren seiner Rüstung bei jedem Schritt durchbrach die Stille, bis er diese nach wenigen Metern mit einem Fingerschnippen verschwinden ließ. Sie verschwand mit einem grünen Schimmer, und auf einmal trug er stattdessen nur noch ein einfaches grün-schwarzes Gewand. Das war der Moment in dem mir klar wurde: das war nicht Tom Hiddleston. Ich hatte gerade Loki, Gott des Unheils, in meine Wohnung eingeladen.


Nervös starrte ich meine Haustür an. Was sollte ich meinem Vater nur erzählen? Loki hatte zwar gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, dennoch kamen mir jetzt langsam die ersten Zweifel. Umständlich fummelte ich mit dem schwarzen Hundehalsband herum, das ich als Schlüsselbund missbrauchte. Loki schien meine Nervosität zu bemerken, doch anstatt etwas zu sagen blieb er geduldig stehen und beobachtete amüsiert wie ich den Schlüssel nach mehrmaligem Fallenlassen endlich mit zittrigen Fingern in das Schloss bugsierte. Ich holte tief Luft und schloss die Tür auf. Dann trat ich ein, und schloss hinter Loki die Tür. Ich wandte mich nach rechts, zum Wohnzimmer und sah, dass mein Vater da war. „Bin wieder da!“, rief ich einfach vom Türrahmen aus, da ich nicht wusste was Loki vorhatte, und marschierte schnellstens in mein Zimmer, wobei Loki mir folgte. Von meinem Vater kam glücklicherweise keine Reaktion, wahrscheinlich guckte er wieder irgendeinen Scheiß im Fernsehen. Ich ging durch den Flur nach rechts, zu meiner Zimmertür.

Vor einigen Jahren hatte ich damit angefangen meinen langweiligen, weißen Türrahmen, die Tür selbst und den Schrank daneben mit allen möglichen Kritzeleien, Zeichnungen und Wörtern zu bedecken. Inzwischen war dadurch ein wirres, aber doch schönes Durcheinander von dem entstanden, was mich in den letzten Jahren so beschäftigte, im Grunde ein Abbild des Chaos in meinem Kopf, die Essenz meiner Fantasien und Spinnereien gleich einem abstrakten Tagebuch in Form eines Zimmereingangs. Mein Vater war nicht glücklich drüber, aber das war mir egal, ich war stolz drauf. Inzwischen war das so normal für mich geworden, dass ich es nicht mehr groß beachtete, daher stieg ich einfach über die „Willkommen in der Höhle des Löwen“-Matte hinweg  in mein Zimmer, wo ich meine Jacke über die Leiter meines Hochbettes warf. Als ich mich zu meinem Gast umdrehte, stand dieser noch im Türrahmen, welchen er interessiert betrachtete. Plötzlich fiel mir siedend heiß ein, dass...

„Was für eine edle Kreatur.“, Loki deutete auf eine Zeichnung von Sonnenstern, einer Katze die ich vor einer Weile erfunden hatte und deren Abbild über einem „Shani x Loki“-Schriftzug prangte. Der mit Herzchen versehen war. Und den Loki, seinem Grinsen nach zu urteilen, eindeutig gesehen hatte. Fuck. Ich konnte spüren wie mir das Blut in den Kopf schoss, aber wie hatte ich auch wissen können, dass Loki höchstselbst eines Tages in meinem Zimmer stehen und meine Kritzeleien lesen würde? „Ähm... tja, danke...“, brachte ich heraus und wäre am liebsten im Boden versunken, als er nur spöttisch lächelte, sich dafür aber endlich von der Tür abwandte.

Ich hatte keine Ahnung was ich jetzt tun sollte, während ich fieberhaft überlegte und ihn dabei einfach nur anstarrte, ließ er den Blick durchs Zimmer schweifen, über den Schreibtisch mit dem angeschalteten Computer unter dem Hochbett, das ich schon lange gerne gegen ein richtiges Bett getauscht hätte, die Schränke, und die ausgestopften Tiere auf meinen Schränken. „Welch... ungewöhnlicher Raum.“, riss mich Loki aus meinem starren. Ich zog nur eine Augenbraue nach oben. Ungewöhnlich? Das hatte noch niemand zu meinem Zimmer gesagt, dachte ich belustigt.

„Tja, also du kommst nicht von einer Convention, hm? Und... keine versteckten Kameras, oder so was?“ „Nein, ich komme von Asgard, wie ich bereits erwähnte. Und warum sollte ich Kameras bei mir haben?“ „War nur so ein Gedanke...“, murmelte ich abwesend. „Was hat es denn mit diesen Comic-Conventions auf sich, wenn ihr mir diese Frage gestattet?“, er ließ sich graziös auf meinem Schreibtischstuhl nieder und dass ich ihn nicht davon herunter schubste, wie ich es mit jedem anderen getan hätte, war wohl diesem Lächeln zu verdanken, wie könnte ich jemandem, der mich so ansah etwas verweigern? Also holte ich mir einen anderen Stuhl und begann zu erzählen. Von Comics an sich, dem Unterschied zwischen Marvel- und DC-Comics, Superhelden, den Avengers, den vielen Verfilmungen, dem Hype um die Schauspieler, von aufwändigen Cosplays und Fanarts. Fanfictions und 'Rule 34' verschwieg ich ihm vorsorglich, wäre ja noch schöner, wenn er danach fragen würde.

Er hörte aufmerksam zu, tatsächlich schien er alles was ich ihm erzählte äußerst unterhaltsam zu finden, was ja kein Wunder war, wenn man bedachte, dass er in seiner Welt mehr oder weniger der 'Böse' war, während er hier geradezu vergöttert wurde. „Wie bist du eigentlich hier gelandet?“, beendete ich schließlich meine Erklärungen. Sein Blick wurde etwas abwesend, als ob er sich für einen kurzen Moment in unangenehmen Erinnerungen verlieren würde. „Kraft meiner Magie gelang es mir, ein Tor durch Raum und Zeit zu erschaffen. Mein Weg endete an dieser alternativen Version Midgards, keiner der anderen Asgarder wird in der Lage sein, mir zu folgen, da Asgard und die acht anderen Welten hier nur als Sagen und Legenden existieren.“, erklärt er etwas zögerlich.

„Aber wie willst du dann jemals zurück kommen?“ „Das habe ich nicht vor, zumindest nicht in den nächsten Jahrhunderten. Vielleicht öffne ich das Tor eines Tages wieder, wir werden sehen. Aber genug davon, die Reise war anstrengend für mich.“ „Oh, ja natürlich“, plötzlich wurde mir klar, was für eine schlechte Gastgeberin ich war. Es war spät abends und ich hatte noch nichts zu Abend gegessen, wie hungrig musste dann erst Loki sein, wer weiß wie lange er gebraucht hat, um auf die Erde zu reisen? Da ich nicht sonderlich gut Kochen konnte, musste also irgendwas anderes her. Schließlich entschied ich mich dafür ihm einfach irgendwelches Knabberzeug zu geben und nach dem Film dann was zu... 'kochen'. Muss er halt warten, ich war immerhin nicht sein Lakai. Ich holte aus meinem gebunkerten Vorrat eine Chipstüte und eine Tafel Schokolade und reichte sie ihm.

Wenige Zeit später saßen wir dann vor meinem PC und guckten im Internet The Avengers. Kurze Zeit nach Beginn des Filmes schnappte ich mir meinen Kindle und vertiefte mich in mein aktuelles Buch. So sonderlich spannend fand ich den Film nun auch wieder nicht, ich fand die Avengers, Thor und Co einfach nicht interessant. Ich mochte sie nicht, Loki war schon immer mein Favorit in den Filmen gewesen. Und wo ich nun das Original neben mir sitzen hatte, brauchte ich mir den Film nicht anzusehen. Ich konnte es nicht lassen einige Male über meinen Kindle hinwegzuspähen und Loki anzustarren, welcher sich aufmerksam den Film anschaute, und das anscheinend nicht bemerkte, glücklicherweise.  

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