Fandom

Tres Bestias Wiki

Kapitel/Prolog

564Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare0 Teilen

Morgensee keuchte erschöpft. Der Kopf der Kätzin war auf weiches Moos gebettet. Der Geruch von Milch hing stark in der Luft. Ihr hellbrauner Körper bebte immer noch leicht vor Anstrengung. Sie seufzte erleichtert, denn endlich war es geschafft - sie hatte ihr Junges zur Welt gebracht. Sie konnte nicht behaupten, dass sie glücklich über seine Existenz war, nein, im Gegenteil. Morgensee verabscheute es jetzt schon. Aber immerhin waren nun die Schmerzen, welche sie während der Geburt geplagt hatten, fort. Giftblick untersuchte das Junge und sagte: "Es ist eine Kätzin. Sie scheint gesund zu sein." Morgensee wünschte, sie hätte gesagt, es wäre bei der Geburt gestorben. Oder war wenigstens verletzt. Aber nein, natürlich interessierte es niemanden, was sie selbst gern hätte. Die Heilerin nahm das Nackenfell des Jungen vorsichtig zwischen ihre Zähne und legte es vor Morgensee ab. Am liebsten hätte sie Giftblick angefaucht und ihr gesagt, dass sie es behalten konnte. Das Morgensee ihre.. 'Tochter' nicht sehen wollte. Doch sie wusste, das würde nur Misstrauen in der Heilerin hervorrufen - und genau das war der Grund, weshalb sie sich diese Worte noch gerade so verkneifen konnte. Mühevoll stemmte sie sich hoch und betrachtete das nasse Bündel, welches vor ihr lag und leise wimmerte. Mit Entsetzen erkannte sie, dass das Junge ihr stark ähnelte. Es hatte ein gelbbraunes Fell und einen orange getigerten Schweif, der von der Musterung her ein wenig dem Schweif von Morgensee glich. Ebenso hatte sie zwei orange Streifen auf jeder Seite der Wange. Außerdem diverse cremefarbene Musterungen.. Dieses Junge ähnelte ihr wirklich stark, so sehr sie diese Erkenntnis auch verabscheute. Morgensee wollte nicht, dass das ungewollte Junge so viel mit ihr gemeinsam hatte. "Du scheinst dich ja sehr über dein Junges zu freuen." Die Stimme von Giftblick, die nur so vor Sarkasmus triefte, riss die Kätzin aus ihren Gedanken. Fuchsdreck! Hatte man die Abscheu, die sie gegenüber ihrem Jungen hegte, etwa in ihrem Blick sehen können? Das war nicht gut, wenn sie nicht viel Aufsehen erregen und verhindern wollte, dass sie das Gesprächsthema ihrer tratschenden Clan-Gefährten war. Nun gut, höchstwahrscheinlich würden sie wohl sowieso rätseln, wer der Vater dieses Jungen war, da sie sich ja doch von Braunstreif getrennt hatte. Von wem also kam das Junge, würden sie sich bestimmt fragen? Morgensee erwiderte nichts auf Giftblicks Bemerkung und warf der schwarz-sandfarbenen gefleckten Kätzin einen verärgerten Blick zu. Das hilflose Junge begann nun, die Zitzen ihrer Mutter zu suchen. Die Kätzin musste ein Schnauben unterdrücken. Würde nicht Giftblicks bohrender Blick auf den Beiden ruhen, hätte sie ihrem Jungen die Milch verweigert. Mit Abscheu im Blick betrachtete sie nun ihre säugende Tochter. Tochter.. Selbst in ihren Gedanken wollte sie das Wort für das Geschöpf nicht benutzen. Wollte nicht akzeptieren, dass das Junge von ihr stammte. Das _sie_ es zur Welt gebracht hatte.  "Willst du deinem Jungen nun auch einen Namen geben? Oder bist du dir zu fein dafür, Morgensee?", fragte Giftblick herausfordernd. Zorn kroch gefährlich leise ihre Glieder hoch und überwältigte sie. Trotz allem verkniff sie es sich, die Heilerin mit ihren Blicken zu töten. Während sie länger darüber nachdachte, kam die Königin zu dem Schluss, das ein Name doch so seine Vorteile hatte. So konnte sie es immerhin vermeiden, dieses schreckliche Geschöpf weiterhin mit dem Wort 'Tochter' zu bezeichnen. "Sonnenjunges", entschied sie mit fester Stimme. In Gedanken vollendete sie den Satz: 'auf dass ihr Lebenslicht bald verglüht sein mag.' Morgensee spitzte die Ohren, als sie leises Gemurmel außerhalb *der großen Hecke* vernahm, welche als Kinderstube diente. Wortfetzen, welche aus 'Vater', 'Morgensee', 'Junges' und 'Braunstreif' bestanden, drangen an ihr Ohr. Aha, dachte sie grimmig. Jetzt war es also schon so weit, dass sie über den möglichen Vater von Sonnenjunges tuschelten. Sie musste ein gereiztes Stöhnen unterdrücken. Hatten ihre Clan-Gefährten denn nichts Besseres zu tun?

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki